Was für Antikapitalisten

Die so genannte Antikapitalistische Linke der Linkspartei, vom VS Baden-Württemberg als linksexrem eingeschätzt, hat einen Brief verfasst, in dem sie resp. Vertreter von ihr Stellung nehmen zu aktuellen inneren Debatten innerhalb der Partei. Soweit, so egal.

Eines aber ist doch Bemerkenswert: Diese so genannten Antikapitalisten loben Oskar – Ausländer Raus, Löhne Runter – Lafontaine als einen Politiker, der einen konsequenten Linkskurs vertreten würde. Eine kleine Sammlung zur Auffrischung des historischen Gedächtnisses kann man hier finden.


10 Antworten auf „Was für Antikapitalisten“


  1. 1 Stromsau 11. Januar 2010 um 11:55 Uhr

    Warum kritisiert ihr die Linken(-Personen) an unhaltbaren Verfremdungen, die sie selber bestreiten? Es gibt doch genug linkenoffizielle Aussagen, die viel besser geeignet sind und das ganze vor Allem nicht in Richtung einer persönlichen Verfehlung irgendeiner Einzelperson abdrücken.

    Abgesehen davon ist die Fragestellung falsch. Jenes „Ausländer-Raus“, das Lafontaine meint und das man ihm auch maximal nachweisen könnte, ohne unredlich zu werden, ist demokratischer Grundkonsens und KEIN spezifischer Fehler der Linkspartei oder einer ihrer Flügel/Personen.

  2. 2 Administrator 11. Januar 2010 um 14:44 Uhr

    Wenn ‚Ausländer Raus‘ „demokratischer Grundkonsens und kein spezifischer Fehler der Linksparten“ ist, also ein allgemeiner, auch von der Linkspartei geteilter Standpunkt ist – dann kann man ja schon mal darauf hinweisen, dass da ja wohl Anspruch und Standpunkt nicht zusammenpassen. Mehr war gar nicht angestrebt in diesem Falle.

  3. 3 Welcher Anspruch? 11. Januar 2010 um 15:17 Uhr

    Wenn ‚Ausländer Raus‘ „demokratischer Grundkonsens und kein spezifischer Fehler der Linksparten“ ist, also ein allgemeiner, auch von der Linkspartei geteilter Standpunkt ist – dann kann man ja schon mal darauf hinweisen, dass da ja wohl Anspruch und Standpunkt nicht zusammenpassen.

    Welcher Anspruch?

  4. 4 Administrator 11. Januar 2010 um 15:36 Uhr

    Die so genannte Antikapitalistische Linke hat unter anderem folgendes geschrieben: „DIE LINKE. muss für eine antirassistische Politik einstehen. Wichtige Forderungen sind hier das Grundrecht auf Asyl „Quelle. Mal abgesehen von der Idiotie, ein Grundrecht auf Asyl für eine menschenfreundliche Sache zu halten, ist es schon ein bisschen Windschief, einerseits das Zitierte zu fordern und andererseits auf Lafontaine als Speerspitze einer Politik zu setzen, die diesen Inhalt vertrete – wo Lafontaine doch so ziemlich genau dem entgegensteht.

  5. 5 Privatknallfaul 11. Januar 2010 um 23:31 Uhr

    Man muss sein „Ausländer-Raus“ ja nicht an der Religion, „Rasse“, Privatkultur … des Ausländers festmachen. Dass er einfach keinen überzeugenden, über jeden Untreueverdacht erhabenen Inländer abgibt, reicht vollkommen aus.

    Dass Lafontaine irgendwann den Asylkompromiss befördert hat und Wannabe-Immigranten lieber in Afrika zwischen- als auf dem Grund des Mittelmeers endlagert, heißt noch lange nicht, dass er aus irgendwelchen Rassefragen heraus gegen Ausländer sei.

  6. 6 jim knopf 12. Januar 2010 um 8:55 Uhr

    wenn man sein urteil nicht an der rasse oder religion festmacht, sondern an der staatsangehörigkeit, dann macht das doch für den ganzen vorgang keinen unterschied. als ob die herkunft eines menschen festlegt kein braver statsbürger eines anderen staates sein zu können. das ist denen wohl, qua aktenlage, ins blut übergegangen!

  7. 7 Stromsau 12. Januar 2010 um 14:30 Uhr

    Ich glaube, der meint das anders. Kann schon sein, dass die Zuzugswilligen brave Bürger sein wollen und auch wären – aber man kann es eben nicht garantieren. Sie stehen unter Generalverdacht. Genau wie Kommunisten.

  8. 8 Welcher Anspruch? 12. Januar 2010 um 15:47 Uhr

    Ist aber nicht der General-Untreueverdacht der nationale Rassismus?

  9. 9 Stromsau 12. Januar 2010 um 19:30 Uhr

    Nur in der verqueren Wortdefinition einiger Linksextremer, die das Wort gern so verwenden wollen. Das, was man normal unter Rassismus versteht, nämlich dass man Neger und Fidschis aufgrund sichtbarer Abweichung von einem Normal der Hiergeborenen ärgert, benachteiligt und gegebenenfalls auch mal wegjagt oder totschlägt, das ist von der demokratischen Politik nicht erwünscht – von Seehofer und Geißler bis Lafontaine sind sich da alle einig. Ebenso verhält es sich mit der Einsortierung nach real vorhandenen oder eingebildeten biologischen Kriterien.

    Davon unterschieden ist das allen Demokraten geläufige Unterscheiden von Leuten, die nach gültiger Rechtsdefinition mit Rechten und Pflichten zur Nation gehören und solchen, die da rausfallen. Mit der Zugehörigkeit zur Nation gehen nach der Vorstellung linker wie rechter Demokraten auch Ansprüche auf Betreuungsleistungen des Staates einher. Wie weit die gehen und unter welchen Umständen man die verwirkt, ist eines der Felder ihres politischen Streits.

    Kommunisten nehmen an diesem Streit nicht teil, weil sie hinter den gefeierten Leistungen des Staates vor allem Zwänge und Anreize zur bereitwilligen Übernahme von Plätzen im System sehen, deren Inhaber viel zu schlecht wegkommen.

    Aufgenommen in diesen Kreis der Berechtigten wird zunächst einmal jeder, dessen Eltern selbst dazugehören. Darüber hinaus werden die Demokraten alle sehr kritisch und erwägen das Für und vor allem das Wider der Aufnahme weiterer Williger in ihren Kreis – aber auch sonst, wer hier auf minderer Grundlage mitmachen, arbeiten oder wenigstens überleben darf und wer weg muss oder besser gar nicht erst kommt. Während Kommunisten dieses Einsortieren und Einsortiertwerden theoretisch mal kritisiert haben, hatten sie praktisch – wo immer an der Macht – nie Probleme damit, das auch so zu sehen. Genau wie die Frage, welche Sorte religiöser Spinnerei man erlaubt und welche nicht ist dies NICHT Rassismus. Die Gleichsetzung bietet sich natürlich an, wenn man mit einer Kritik an Lafontaine anfangen will und dabei vor allem das Abwatschen der lästigen Milieukonkurrenz Linkspartei meint, wie man bei Dithfurt gut sehen kann. Die Subsumtion ungleicher Vorgänge unter denselben Namen ist bequem, gerade für solche Leute, die genau wissen, dass sie für Empörung über echten Rassismus immer ein entweder ehrliches oder pflichtschuldiges Bravo, für ihr Gezeter gegen das demokratische Normal aber bestenfalls Kopfschütteln ernten. Kommunisten sind da gut beraten, sich nicht mit Wortschwindel in die Tasche zu lügen, sondern unabhängig von ihrer Popularität immer wieder in der Sache selbst darlegen, warum eine nationale Zugehörigkeit kein Segen ist und man sich besser nichts drauf einbildet.

  1. 1 Was für Antikapitalisten (von Jutta Ditfurth) « Walgesang Pingback am 08. Januar 2010 um 20:10 Uhr
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